Konzertabend mit Carlo Domeniconi
Der italienische Komponist und Gitarrist gastiert auf der Burg Rabenstein im Herzen der Fränkischen Schweiz.
Die Sonne scheint, es ist endlich Frühling, in der Fränkischen sieht man allerorts wandernde Leute. Für all jene, die den Tag gerne mit etwas Kulturellem ausklingen lassen, war an diesem Sonntag etwas Besonderes geboten auf der Burg Rabenstein im Ahorntal.
Carlo Domeniconi, seinens Zeichens Komponist für klassische Gitarre, weltberühmt geworden durch Stücke wie "Koyunbaba" oder "Variationen über ein anatolisches Volkslied", gab ein Gitarrenkonzert im Renaissance-Saal der altertümlichen Burg. Der seit Jahren in Berlin lebende gebürtige Italiener ist ein fester Bestandteil der zeitgenössischen Gitarristen, ebenso sind es seine Werke, die von namhaften Gitarristen rund um den Globus gespielt werden.
Die Besucherzahl hielt sich in Grenzen, als der Musiker den Raum betrat stellte er auch prompt fest, er würde bei so einem Wetter sein Konzert auch nicht hören wollen, und liese es sich lieber 2 Stunden später vorspielen :)
Das Programm "Perlen des Orients" umfasst neben einigen älteren Stücken auch die gleichnamige Suite aus Miniaturen mit Thematiken aus dem arabischen Raum.
Das erste Stück "Til Phantasiens Moroe" eröffnet ruhig aber bestimmt, was heute Abend angesagt ist: Filigran vorgetragene Musik mit hohem Dynamikumfang, gefolgt von "Die kleine Storchsuite".
"Perlen des Orients", Momentaufnahmen von verschiedensten Dingen, allesamt zu finden in der Welt von Sultanen, Flaschengeistern und Magiern, fesselten den Zuhörer und liesen ihn teilhaben an für die für Europäer recht exotische Klangstruktur.
Und es geht nicht ohne... Nicht auf dem Programm stehend, aber dennoch gespielt in einer neuen, erweiterten Fassung, wurde "Koyunbaba", bevor es in die Pause ging. Schnelle Tremolopassagen über das Haupthema des ersten und zweiten Teils machten die Neuerungen aus, Domeniconi in Höchstform, Pause...
Der zweite Teil begann mit "Preludio e Fuga No.6", ein, wie vom Komponisten erläutert, Versuch das Thema der Fuge als Swing zu verfassen.
Danach folgte als letzer Programmpunkt das Stück "Gita", ein Wahnsinnsteil an Musik in Cis, denn "die Welt schwingt in Cis, das wussten schon die Inder vor tausend Jahren, und jeder zeigte ihnen den Vogel, jetzt weiss man, das es stimmt!" wie Carlo Domeniconi erzählt. "Gita" erforderte noch einmal die volle Konzentration des Zuhörers, sehr schöne Klänge, die man der Gitarre gar nicht zutraute, füllten den Raum.
Nach heftigem Beifall und zwei Zugaben später war es dann auch schon vorbei, der Eindruck aber bleibt. Danke für das wirklich interresante, und höchst musikalische Konzert!
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ph